Lotte Reiniger. Tanz der Schatten
Ein Film von Susanne Marschall,
Rada Bieberstein und Kurt Schneider

»Zaubernde HÄnde«

Von Andreas Rauth

Lotte Reiniger. Tanz der Schatten, DVD Cover

ARTE EDITION bei absolut MEDIEN
Lotte Reiniger. Tanz der Schatten
DVD-Ausstattung
Disk: DVD 5
Laufzeit: 60 Min. + 9 Min. Extras
Bild: 16:9, Farbe + s/w
Ton: Dolby Digital Stereo
Sprache: deutsche und englische Sprachfassung
Extras: »Sissi« Fragment/Operneinspiel
sowie »Lotte Reiniger reinvented«
Preis: 14,90 €

www.absolutmedien.de

Die Zeichenkunst entsteht nach einer von Plinius d. Ä. verbreiteten Legende, als ein Mädchen aus Korinth den Schatten ihres Geliebten an einer Wand nachzeichnet, weil dieser am nächsten Tag in den Krieg ziehen muss. Das Bild soll die junge Frau über die zukünftige Abwesenheit des Geliebten hinwegtrösten, indem es eine Spur seiner Anwesenheit bewahrt. Das Mädchen Lotte Reiniger, geboren 1899 in Berlin Charlottenburg, verlegte sich darauf, von der Welt nichts anderes als jenes dunkle Bild zu zeigen, an welches sich das Begehren ihrer antiken Vorgängerin heftete. Und wie in der Legende ist es die Liebe, die Reiniger zur Bildproduktion motivierte.

Die Filmemacherin Lotte Reiniger widmete ihr Leben dem Schatten, dem Märchen, der Liebe, der Musik und dem Tanz. Ihr Werk umfasst über 40 Scherenschnitt-Filme, der bekannteste davon, Die Abenteuer des Prinzen Achmed (1926), gilt als der erste abendfüllende Animationsfilm der Filmgeschichte. Die vor kurzem bei absolut Medien erschienene, sechzigminütige Dokumentation Lotte Reiniger. Tanz der Schatten zeigt Leben und Werk der Pionierin des künstlerischen Trickfilms, das bis heute einen inspirierenden Einfluss auf junge Animationsfilmer ausübt. Entstanden ist der Film am Lehrstuhl für Film- und Fernsehwissenschaft des Instituts für Medienwissenschaft der Eberhard Karls Universität in Tübingen. Susanne Marschall, Professorin für Medienwissenschaft und Autorin der sehr lesenswerten Studie Farbe im Kino (Marburg: Schüren 2004) hat das Projekt initiiert. Die Umsetzung erfolgte im Team mit den Koautoren Rada Bieberstein und Kurt Schneider sowie Master-Studierenden des Studiengangs Medienwissenschaft. Unterstützung erhielt das ambitionierte Projekt zudem von einem professionellen Filmteam und dem Stadtmuseum Tübingen, in dem u. a. eine Dauerausstellung zum Werk der bedeutenden Filmkünstlerin Lotte Reiniger zu sehen ist.

Zu Wort kommen Filmfachleute wie die Animationsfilmer Michel Ocelot und Hannes Rall, der Filmwissenschaftler Robert Shandley oder Michael Schurig vom Deutschen Filminstitut und der Stummfilmmusiker Pierre Oser. Außerdem Evamarie Blattner, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Stadtmuseum Tübingen, Christel Strobel, eine Vertraute Lotte Reinigers sowie das ihr freundschaftlich verbundene Ehepaar Helga und Alfred Happ – ihr späterer Biograf –, bei denen Reiniger ihre letzten Jahre verbrachte. Vor allem aber kommentiert die Filmemacherin in vielen Archivaufnahmen ihre Arbeit selbst.

Lotte Reiniger: Prinz Achmed 1926, Filmstill © absoluMedien

Lotte Reiniger: Prinz Achmed 1926, Filmstill © absolut MEDIEN

Erwartungsgemäß geht der Film ausführlich auf Reinigers Meisterwerk Die Abenteuer des Prinzen Achmed ein, dessen Vorgeschichte bis in ihre Kindheit zurückreicht. Schon als Mädchen begeisterte sie sich für die Märchenwelt – das mag bei Kindern nicht außergewöhnlich sein, bei Reiniger hat diese Faszination jedoch ein Leben lang durchgehalten – und später gaben Filme wie Dornröschen (Paul Leni, 1917) – eine Geschichte, die sie 1953 selbst verfilmen sollte – wichtige Impulse für ihre eigene Arbeit.

Der Regisseur Paul Wegener, der mit seinen Filmen Der Student von Prag (1913) und Der Golem (1914, verschollen) Erfolg hatte, wird ihr Mentor: »Paul Wegener nahm sich meiner in der rührendsten Weise an und machte mich mit Leuten bekannt, die ein Trickfilmatelier einrichteten«, erinnert sich Reiniger, die dessen Filme immer wieder begeistert anschaute. Wie der Kontakt zu Wegener zustande kam, bleibt jedoch unklar. Durch den Regisseur lernte sie 1919 auch ihren späteren Mann, den Filmtechniker Carl Koch kennen, die beiden heiraten 1921 und bleiben bis zum Tod Kochs im Jahr 1963 Lebens- und Arbeitsgefährten. Mit ihm erlebt sie wechselvolle Zeiten, die sie von Berlin nach Paris und schließlich New Barnet, England führt.

Carl Koch, über den nur wenig bekannt ist, leistet filmtechnische Pionierarbeit. »Das ist so ein verkannter zweiter Mann der Filmgeschichte« erklärt Alfred Happ. Der vielfigurige Bildaufbau in Die Abenteuer des Prinzen Achmed macht den Einsatz neuer Technik notwendig. Koch entwickelt dafür einen mehrstöckigen Tricktisch, den Vorläufer der Multiplan-Kamera. An dem Projekt arbeitet auch der Avantgarde-Filmemacher Walter Ruttmann mit – wie sich die Filmemacher kennenlernen bleibt ebenfalls unerwähnt. Ruttmann steuert Special Effects und Hintergründe zum Werk bei. Eine von Oskar Fischinger entwickelte Wachsschneidemaschine, von der Ruttmann nach einer Vorführung so begeistert war, dass er bei seinem Kollegen gleich ein Exemplar bestellte, kommt hier wirkungsvoll zum Einsatz. Gegenüber Ruttmann verhält sich Reiniger eher schüchtern. Wie sie selbst sagt, war er der etablierte Künstler, dem sie nicht reinzusprechen wagte.

Aber ihre »zaubernden Hände« sind es, die mit virtuoser Geschicklichkeit die Figuren animieren. »Ohne Umweg fließt jede Bewegung in die klappernde Schere«. Reinigers besondere Fähigkeit bestand darin, die einzelnen Bewegungsphasen präzise vorzustellen und mit ebenso schneller wie sicherer Hand die Figuren Bild für Bild voranzutreiben. Der Film enthält einige bemerkenswerte Ausschnitte, in denen man der Filmemacherin bei der Arbeit am Tricktisch über die Schulter sieht. Die mimische Einfühlung in die Bewegungen ist für eine gelingende Animation jedoch unerlässlich. »Man muss möglichst die Bewegungen mit dem eigenen Körper zu imitieren versuchen«, erklärt Reiniger – auch bei Tieren. »Mir ist es passiert, dass ich im Zoologischen Garten einen Straußvogel nachmachen wollte«.

Reinigers Märchenwelt und Ruttmanns Abstraktionen ergänzen sich hervorragend und machen den 70 minütigen Silhouettenfilm Die Abenteuer des Prinzen Achmed zu dem noch heute mit Recht bewunderten Klassiker. Nach dreijähriger Kleinarbeit konnte Prinz Achmed 1926 fertig gestellt und in Paris uraufgeführt werden, da war Reiniger gerade einmal siebenundzwanzig.

Die französische Metropole wird für das weitere Schaffen Reinigers und Kochs eine wichtige Rolle spielen. Bei der Premiere ihres Films treffen sie auf den Regisseur Jean Renoir, mit dem sie ab 1930 zusammenarbeiten.

Carl Koch mit Lotte Reiniger in Paris ©absolutMedien

Carl Koch mit Lotte Reiniger in Paris, © absolut MEDIEN

Die Zeit des Nationalsozialismus überstehen Koch und Reiniger weitgehend unbeschadet. Reinigers Haltung ist eher unpolitisch, Koch allerdings ist von Anfang an ein entschiedener Gegner des Nazieregimes. Dennoch produzieren sie 1934 im Auftrag Hitlers den Werbefilm Das rollende Rad über die deutsche Erfindung des Autos und den Bau der Autobahn. Auch Das gestohlene Herz (1934) ist eine Auftragsarbeit, die in Verbindung mit der Reichsmusikkammer entsteht. Erst nachdem ihr Freund, der Filmkomponist Peter Gellhorn von den Nazis mit Arbeitsverbot belegt wird, entschließt sich Lotte Reiniger nach England zu gehen; Carl Koch arbeitet in Paris weiter mit Renoir. Im Jahr 1946 kehrt Lotte Reiniger nach Berlin zurück, und hier zeigt der Film die vielleicht bemerkenswertesten Fotografien der Filmkünstlerin wie sie unbeirrt ihre Arbeit in einer zum großen Teil zerstörten Stadt fortsetzt. Es entsteht Die Goldene Gans – »unter den Nazis begonnen, mit dem Segen der Russen beendet.«

Zwei Jahre später zieht das Paar endgültig nach New Barnet, England. 1963 stirbt Carl Koch und mit ihm für lange Zeit Reinigers Bildproduktion. Erst 1975 wird sie während einer Vortragsreise im Auftrag des Goethe Instituts vom Kanadischen Filmboard für den Film Aucassin and Nicolette engagiert. Ein zweiter Film – und ihr letzter – ensteht 1979 mit The Rose and the Ring nach William Makepeace Thackeray. 1981 stirbt Lotte Reiniger in Dettenhausen bei Tübingen.

Am gelungensten ist die Dokumentation in ihrem biografischen Teil. Die Archivaufnahmen von Lotte Reiniger sowie die Kommentare und Berichte von Freunden, insbesondere ihres späteren Biografen Alfred Happ vermitteln ein lebendiges Bild der offenbar mit einem feinen Humor und großer Gelassenheit gesegneten Filmemacherin. Schön gelöst wurden die Einstellungen mit historischen Fotografien, die man in mehrere Ebenen zerlegt und animiert bzw. mittels Kamerafahrt filmtechnisch inszeniert hat.

Ebenso lebendig wird das Werk in seiner ganzen Breite – Scherenschnitt, Schattentheater, Silhouettenfilm – dargestellt. Dass Reiniger neben Prinz Achmed weitere bedeutende Filme geschaffen hat, die sich stets in der Welt von Märchen, Musik und Tanz bewegen, wird anschaulich und überzeugend mit zahlreichen Filmausschnitten vermittelt. Die filmästhetisch wichtige Verbindung von Musik und Animation, die ja auch für das Werk anderer Animationsfilmkünstler prägend ist – man denke etwa an die Quay Brothers –, wird ausführlicher behandelt. Gerade im Musikfilm beweist das »Silhouettenmädchen«, wie Paul Wegener sie einst nannte, ihre bemerkenswerte Befähigung zur choreographischen Figurenanimation. Reiniger gelingt mit der Interpretation des Papageno (1935) aus Mozarts Zauberflöte ein weiterer Höhepunkt ihres Schaffens. »Hitler mochte den Film wegen der sauberen Erotik«, erinnert sich Alfred Happ an eine zweifelhafte Auszeichnung. Festzustellen bleibt, dass hier wie auch bei anderen Fragestellungen etwas mehr Tiefgang der Dokumentation geholfen hätte.

Über Reinigers Einfluss auf den Animationsfilm in Südostasien, insbesondere Malaysia, erfährt man von Hannes Rall, der dort unterrichtet. Dies sei nicht zuletzt mit der großen Nähe zum traditionellen Schattentheater Bahan-Kulit zu erklären. Auch Reiniger, die bereits als Schülerin Schattentheater spielte, blieb dieser Ausdrucksform zeitlebens verbunden, schrieb eigene Stücke und vermittelte ihre Kunst in Workshops. Darüber hinaus bescheinigt Rall den Filmen als »Kontrapunkt zur digitalen Bilderflut« eine besondere Aktualität. Gerade die permanente Überwältigung durch fotorealistische Bilder bewirke bei vielen jungen Animationsfilmern eine Hinwendung zu dem reduzierten Silhouettenstil. Das einzige Beispiel dazu kommt allerdings von Rall selbst.

Lotte Reiniger: Papageno, 1935, Filmstill © absolutMedien

Lotte Reiniger: Papageno, 1935, Filmstill © absolut MEDIEN

Hingegen hätte man sich eine stärkere film- und kunsthistorische Kontextualisierung gewünscht. Man merkt es der Produktion leider an, dass sie auf ein größeres Publikum abzielt. Das gilt vor allem für die Experteninterviews. Welchen Erkenntnisgewinn hat beispielsweise eine Aussage wie die des Filmwissenschaftlers Robert Shandley: »Man schaut sich die Filme an und denkt: Wow! hier steckt viel Arbeit drin.« Soso. In den meisten Filmen steckt viel Arbeit, in Animationsfilmen erst recht. Das muss nun wirklich nicht betont werden. Abgesehen davon dürfte allgemein bekannt sein, dass viele mit hohem finanziellen, technischen und personellen Aufwand realisierte Filmproduktionen bestenfalls ästhetisch mittelmäßig zu nennen sind, während manche ästhetisch hervorragende Produktion mit bescheidensten Mitteln realisiert wurde. Der Verweis auf den Arbeitsaufwand passt zu Mainstreamproduktionen, bei denen gerne mit der Anzahl der Darsteller (»über 150 Künstler auf der Bühne«), sensationellen Effekten und gewaltigen Materialschlachten geprotzt wird um das anvisierte Massenpublikum zu beeindrucken. Dramaturgisch ließe sich der Kommentar noch rechtfertigen, beleuchtet der Film doch anschließend die arbeitsintensive und leidenschaftlich betriebene Trickfilmproduktion Reinigers und ihres Teams. Ein schales Gefühl bleibt trotzdem. Kunst macht Arbeit – wer hätte das gedacht?

Über den historischen Kontext erfährt man gerade mal, dass der Scherenschnitt aus der Tradition des 18. Jahrhunderts übernommen wurde, ein Verweis auf den romantischen Maler Philipp Otto Runge, der die eher als unterhaltsames Gesellschaftsspiel betriebene Silhouettentechnik für die Kunst entdeckte, fehlt jedoch. Unerwähnt bleibt auch der zeitgenössische Scherenschnitt in Kunst und künstlerischem Animationsfilm, wie er 2010 in der Ausstellung Cut. Scherenschnitte 1970-2010 in der Hamburger Kunsthalle parallel zur Runge-Ausstellung gezeigt wurde. Arbeiten des Südafrikaners William Kentridge oder der Amerikanerin Kara Walker wären hier zu nennen. Außerdem sind »cut out« und »stencil« zentrale Techniken der Street Art, die wiederum Einflüsse auf den zeitgenössischen Animationsfilm hat.

Selbst die kulturgeschichtliche Bedeutung des Schattens wird nur gestreift. Die wenigen Anmerkungen hierzu werden aus Reinigers Buch Schattentheater zitiert. Der Schatten »selbst ist nichts, das macht ihn so mysteriös … von jeher schien er den Menschen eine magische Kraft zu besitzen« schreibt die Künstlerin. Dass über die Magie des Schattens in dieser Dokumentation nur wenig mehr gesagt wird, steht in groteskem Missverhältnis zu dessen grundlegender Bedeutung für Leben und Werk Reinigers – und zum Titel Tanz der Schatten.

Rudolf Arnheim schreibt in Kunst und Sehen über die ägyptische Kunst, in der wie im Schattenspiel die Körper frontal, die Köpfe aber im Profil dargestellt werden, dass dort für jeden Körperteil die Ansicht gewählt wurde, die »den Bildzweck am besten erfüllt.« Gesichter sind im frontalen Umriss eben schlecht zu unterscheiden, Körper im Profil. Diese simple Erkenntnis erhellt schlagartig Reinigers künstlerische Praxis mit ihren Möglichkeiten und Einschränkungen. Anmerkungen von solcher Qualität lässt Tanz der Schatten jedoch vermissen.

Geradezu ärgerlich aber – leider muss das noch gesagt werden – ist die Verwendung der Schrift Apple Chancery für Titel und Abbinder – dazu noch mit vergrößerter Laufweite. Ein professioneller Typograph hätte mehr Sorgfalt in Auswahl und Verwendung der Schrift gelegt.

Lotte Reiniger in Berlin 1946 ©absolutMedien

Lotte Reiniger in Berlin 1946 © absolut MEDIEN

Die Lotte Reiniger Gesamtausgabe bei absolut Medien: absolutmedien.com

Die Filmwebsite:

www.lotte-reiniger-film.com

Die Lotte Reiniger Site:

www.lottereiniger.de

Der Reiniger Nachlass im Stadtmuseum Tübingen: www.tuebingen.de/stadtmuseum


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